Geschichte des Zen-Dôjôs Shôgôzan-Zenkôji

Im Frühjahr 1982, dem Todesjahr von Taisen Deshimaru Roshi, bezog das Zen Dôjô Berlin seine Räumlichkeiten in der Rheinstraße, Berlin-Friedenau. Deshimaru nannte es "Ho Un Do", "Dôjô der Schatzwolke". Schon damals war es, gemessen an der Zahl der Übenden, neben Paris und Straßburg eines der größten Dojos in Europa.


 Umbau der Fabriketage

Seine Entwicklung begann jedoch schon acht Jahre vor dem Umzug in die Rheinstraße.

W. Kristkeitz, ein früher Schüler von Deshimaru Roshi, der sich später dem Aikido und der Verlegertätigkeit zuwandte, begann mit einigen Freunden in seiner Kreuzberger Hinterhofwohnung Zazen zu üben und daraus entstand später, im Auftrag von Meister Deshimaru das eigentliche Dojo.

Nach einigen Zwischenstationen, Mehringdamm, Fasanenstr. und Moabit wurde schließlich die Fabriketage in einem ehemaligen Zeiss-Ikon Gebäude bezogen und von vielen Dojo-Mitgliedern in einer gemeinsamen Anstrengung renoviert. Nach dem Weggang von W. Kristkeitz haben verschiedene Schülerinnen und Schüler von Deshimaru Roshi die Verantwortung für das Dojo für eine Weile getragen. 1986 baten sie L. Tenryu Tenbreul, damals Leiter des Dojo Münster, nach Berlin zu kommen um die Leitung zu übernehmen.

Im Herbst 1983 gründete eine Gruppe von Schülern/innen, maßgeblich aus den Dojos Berlin, Hamburg, Lübeck und Münster die Zen-Vereinigung Deutschland e.V., der Dojos sowohl in Deutschland, der Schweiz als auch den Niederlanden angehören. L. Tenryu Tenbreul wurde zu ihrem Präsidenten gewählt.


 Das Dojo 1985

Nach dem Tod von Deshimaru Roshi wurde L. Tenryu Schüler von Narita Shuyu Roshi, einem Bruderschüler von Deshimaru, der diesen schon zu seinen Lebzeiten unterstützt hatte. Von ihm erhielt L. Tenryu 1986 Shiho, die Übermittlung des Dharma, und wurde wenig später vom Sotoshu, der japanischen Soto-Zenschule offiziell als Kyoshi, d.h. bestätigter Lehrer anerkannt. Gleichzeitig wurde das Berliner Dojo von den offiziellen Stellen des Soto-Zen in Japan als Zen-Zentrum anerkannt. Es erhielt zuerst von Deshimaru Roshi den Namen "Ho Un Do" Dojo und später von Narita Roshi den erweiterten Namen „Shogozan Zenkoji“, „Schatzberg des Dharma, Licht des Zen-Weges“. Der vollständige Name lautet also „Shogozan Zenkoji Ho Un Do“.

Die tägliche Zen-Praxis wird jetzt schon an diesem Ort seit mehr als 30 Jahren fortgeführt, und seitdem wurde das Dojo von zahlreichen offiziellen Abgesandten des japanischen Soto-Zen, sowie von Zen-Meistern und Übenden anderer europäischer Länder besucht.